HALMA ist ein Netzwerk europäischer Literaturinstitutionen, das der Verknüpfung europäischer Kultur- und Literaturszenen dient. Das meint vor allem eine Plattform für den Austausch europäischer Schriftsteller, Übersetzer und Literaturvermittler. Durch die Vergabe von Stipendien, die Organisation öffentlicher Veranstaltungen in allen teilnehmenden Ländern und durch sonstige Projekte der Mitgliedshäuser schafft HALMA grenzübergreifende Strukturen für die Literaturen Europas.

HALMA ermöglicht Kooperationen, die bisher durch den Mangel an übernationalen Strukturen oder fehlendes Wissen um mögliche Partner erschwert wurden. Dabei vermittelt das Netzwerk jedoch nicht nur Informationen über Institutionen, sondern steht auch selbst als Initiator und Partner für europäische Initiativen und Stipendien zur Verfügung.

Innerhalb des Netzwerks ist es möglich, sowohl im Kontext von Projekten als auch als Stipendiat von einem europäischen Haus ins andere zu reisen, um dort zu arbeiten, zu forschen, sich fortzubilden oder Projekte zu realisieren. War es bisweilen mühsam, sich selbst einen Weg zu den verschiedenen europäischen Literaturszenen zu bahnen, kann man nun auf ein Netz bereits bestehender Straßen zurückgreifen.

In Titel und Idee folgt das Netzwerk dem Brettspiel „Halma” (griech. Sprung), das ein geschicktes Wechseln des Ortes verlangt. Je mehr Mitspieler beteiligt sind, desto vielfältiger und weitreichender sind die Möglichkeiten jedes einzelnen Spielzuges. Dabei geht es nicht darum, gegnerische Spielfiguren hinauszuwerfen, sondern mit Hilfe anderer Spielsteine vom eigenen in ein neues Haus zu wandern. Auf diese Weise will HALMA europäische Ideen und Regionen erfahrbar machen und Menschen aus verschiedenen Nationen zusammenführen.

"Die Initiative HALMA macht es möglich, dass die Exponenten der jeweiligen nationalen Literaturen an verschiedenen Orten in Europa zusammen arbeiten, ihre ästhetischen und ethischen Positionen in der Wahrnehmung der fremden Freunde und am europäischen Projekt gleich Beteiligten überprüfen und diskutieren können – kurz: Sie will europäische Literatur ermöglichen", so Frank-Walter Steinmeier, der deutsche Außenminister, im April 2007 bei einer Präsentation des Netzwerkes im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft.

Das Literarische Colloquium Berlin gründete HALMA im November 2006 gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung und der Stiftung Borderland aus Sejny (Polen). Damals lag der Schwerpunkt auf den Ländern Mittel- und Osteuropas. Derzeit gibt es HALMA-Institutionen in Belarus, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Österreich, Polen, Rumänien, der Schweiz, Serbien, Slowenien, der Tschechischen Republik, Ungarn und Wales.