International Writers and Translators’ Center of Rhodes

"Waves of Three Seas"

Eleftheria Binikou

10Α, A. Laskou st.,

Rhodes 851 00

Griechenland

Tel: +30 (0)22410 325 10 oder +30 (0)22410 325 20

Fax: +30 (0)22410 32455

»το μόνο παγκόσμιο αγαθό δεν είναι ούτε το νερό ούτε ο αεράς, τίποτα: είναι η μοιρασιά του Πολιτισμού.«

»Das einzig wahrhaft gemeinsame Gut der Welt ist weder das Wasser noch die Luft, sondern die Kultur.«

Das Internationale Schriftsteller- und Übersetzerzentrum Rhodos (IWTCR) wurde 1996 gegründet, um Schriftstellern im "Dreieck" der Länder des Baltischen, Schwarzen und Ägäischen Meers eine ruhige Arbeitsatmosphäre zu bieten, ohne dabei Menschen aus anderen Teilen der Welt auszuschließen. Seit 2008 schließt das IWTCR auch andere künstlerische Bereiche mit ein. Das Zentrum steht Schriftstellern, Übersetzern, Recherchereisenden, Wissenschaftlern aus sozial- geistes- und naturwissenschaftlicher Richtung, Bildenden Künstlern und Komponisten aus aller Welt offen. Es bietet ein ruhiges, zwangloses Arbeitsumfeld, das einen produktiven und angenehmen Aufenthalt ermöglicht. Durch sein Aufenthaltsprogramm will das Zentrum ein Ort der Reflektion, der Forschung, des Schreibens, des fruchtbaren Gedankenaustauschs sein, vor allem aber ein Ort, an dem Ideen durch Dialog, durch Zusammenarbeit, aber auch durch den verschiedenen Hintergrund der Gäste aufkeimen können. Das Zentrum bietet auch einen gemeinsamen Aufenthalt für Personen an, die am gleichen Recherche- oder Arbeitsprojekt arbeiten. Es gibt fünf Komitees, die zur Unterstützung der Zentrumsplanung geschaffen worden sind: a) das Internationale Kulturkomittee, b) das Literaturkomittee, c) das Kunstkomitee, d) das Wissenschaftskomitee und e) das Komitee für nachhaltige Entwicklung und Management.


Im Kontext der Literatur organisiert das Internationale Schriftsteller- und Übersetzerzentrum Rhodos (IWTCR) Buchpräsentationen, Auszeichnungen von Schriftstellern, Fortbildungen, Workshops für Übersetzung und Kreatives Schreiben, Seminare und Konferenzen, oft in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Organisationen. Zum IWTCR gehören zwei Gebäude auf der Nordwestseite des St. Stephan-Hügels mit Blick auf das Ägäische Meer, welche Verwaltungsbüros, Unterkünfte und andere Räumlichkeiten beherbergen. Im Zentrum der Stadt Rhodos befindet sich das dritte Gebäude, das der Förderung der literarischen Bildung der Jugend dient. Bereits ab dem Alter von fünf Jahren können Kinder an den Bildungsprogrammen teilnehmen: Malerei- und Bildhauereikurse, Museumskits mit Unterrichtsmaterial, Wanderausstellungen zu wichtigen Schriftstellern und Dichtern.

Weiterhin ist das IWTCR als Verlag aktiv: so publiziert es zweisprachige Gedichtssammlungen, Geschichtsbücher, Konferenznotizen und, in einjährigem Abstand, das Literaturmagazin "Helios" (Sonne).

Bis heute ist das IWTCR ein ganzjähriger Treffpunkt für hunderte Schriftsteller und Übersetzer, sowohl aus Ländern im Dreieck des Baltischen, Ägäischen und Schwarzen Meers wie auch aus ferneren Gegenden. Literatur und literarische Übersetzungen tragen nicht nur Wissen um die Welt, sondern tragen auch dazu bei, durch die Geburt eines neuen literarischen Gesamteindrucks andere Kulturen bekannt zu machen. Dafür steht das Zentrum Literaturschaffenden zur Verfügung und bietet darüber hinaus einen fortlaufenden Workshop für zeitgenössische Literatur.

Teilnehmer des Writers-in-Residence-Programms werden häufig in die Aktivitäten des Zentrums eingebunden. So besuchen Schriftsteller und Übersetzer Schulen, lesen Auszüge aus ihren literarischen Werken und diskutieren mit den Schülern. Als Repräsentanten der Weltliteratur unterstürzen sie so den interkulturellen Dialog und fördern das kulturelle Verständnis der Jugendlichen.

Die Idee zur Errichtung des Zentrums wurde 1994 auf einer Fahrt im Schwarzen und Ägäischen Meer geboren, bei der mehr als 400 Schriftsteller und Übersetzer aus 30 Ländern teilnahmen. Das Internationale Schriftsteller- und Übersetzerzentrum wurde daraufhin von der Stadt Rhodos großzügig ermöglicht, 1996 eröffnet und steht heute unter der Schirmherrschaft der UNESCO.

Die Insel Rhodos ist die Hauptstadt der Präfektur Dodekanes und liegt im Südosten Griechenlands. Einer Sage zufolge erhielt der Gott Helios die Insel Rhodos von den anderen Göttern zugesprochen, als das Land mitten aus dem Meer auftauchte. Voll Freude tauchte Helios die Insel in sein ewiges Licht. Seit antiker Zeit ist Rhodos dank ihrer geografischen Lage ein wichtiger Handelsknotenpunkt nicht nur für Waren, sondern auch für kulturelle Erzeugnisse. Den Osten und den Westen verbindend, heißt die Insel seit alters her Besucher aus aller Welt willkommen, lebt multikulturell und handelt zum Wohle aller.

Das IWTCR führt diese historische und kulturelle Tradition fort. Die interkulturellen Prozesse, die im Zentrum stattfinden, wandeln sich – ob beabsichtigt oder nicht – in Zeiten wiederkehrender Krisen und sozialer Sackgassen in öffentliche Dialoge. So gelang es dem Symposium "Die Notwendigkeit des Dialogs zwischen den Kulturen", das im Juli 2006 im Rahmen des zehnjährigen Bestehens des IWTCR stattfand, Palästinenser, Israelis, Iraner, Syrier, Türken, Griechen, Bulgaren, Deutsche, Russen, Schweden, Finnen, Litauer und andere zusammenzubringen, während gleichzeitig der Libanonkonflikt zwischen der Hamas und Israel tobte.

Das Modell IWTCR offenbart die Vorzüge, Kultur miteinander zu teilen. Denjenigen, die das IWTCR besuchen oder dort eine Zeit lang bleiben, wird bewusst, dass sie zu einer intellektuellen Gemeinschaft gehören, deren Grundlage der kommunikative Austausch und die Schaffung von Literatur ist. Nun haben die HALMA-Häuser den Sprung (griech. "halma") gewagt und ihre Kräfte vereint, um in solch einem Dialog gemeinsam breitere literarische Wege zu beschreiten.

Matina Chatzimarkou, Eleftheria Binikou


Die HALMA-Stipendiatin Annette Mingels hat über ihren Aufenthalt im Internationalen Schriftsteller- und Übersetzerzentrum geschrieben. Sie finden ihren Essay in der Europäischen Bibliothek des HALMA-Netzwerks.