Margret Kreidl

MARGRET KREIDL

Mitten im Lesen schreiben wir
Raron, 22. August 2011


Auf dieser Karte hier ist nur der Grabstein abgebildet, von Rosen umrankt, mit der Inschrift von Rilke: ROSE, OH REINER WIDERSPRUCH, LUST, NIEMANDES SCHLAF ZU SEIN UNTER SOVIEL LIDERN. Wo sind die Rosen, habe ich mich gefragt, als ich das Grab zum ersten Mal besucht habe, die Rosen, die sich um das Grab ranken, und die Rosen, die die Rilke-Verehrer auf das Grab legen. Da war keine einzige Rose.




Diesen Rilke-Himmel habe ich hier erlebt, den hohen dramatischen Himmel in einer Vollmondnacht. Da sind wir auf der Burg gestanden, Lucas (3) und ich, und haben lange den Himmel beobachtet, den Mond, wie er hinter den Wolken verschwunden und wieder aufgetaucht ist, und die Sterne, die Sterne.





Restaurant Rilke
Raron zum ersten Mal in einem Gedicht von Marina Zwetajewa gelesen, in ihrem Neujahrsbrief





Gerade heraus: Sie sind mir unentbehrlich wie


schreiben. Antworten brauchen Sie nicht,


Also. Erster Brief an Sie. (5)


Mit dem letzten Brief beginnt alles wieder von vorn: das Lesen und Schreiben, das Lesen zuerst.
hasard objectif



Mitten im Lesen schreib ich dir (7). Diese Briefauswahl von Rilke wollte ich mir in Wien vor der Abfahrt kaufen, aber das Buch ist vergriffen. Lucas hat das letzte Exemplar gekauft, das es in der Fondation Rilke gab.
(8), ein Katalogbuch zu einer Ausstellung in der Fondation Rilke, Rosenkranz und Fasnachtstanz. Walliser Frauenleben
Frauen im LaufgitterFrauen im Laufgitter


Bevor wir hierher gefahren sind, hat mir Lucas' Schwester, die in Bern als Schauspielerin arbeitet, Verliebte Feinde
Aus Wien habe ich nur ein einziges Buch mitgebracht, ein Arbeitsbuch zum Thema Puppenspiel:







herein vor die kleinen Coulissen

die immer versteckten, entdeckten








Im Katalog





Schwarzer, riesiger Herzhalter.



Wiege mich, Alter.


, eins meiner Lieblingsgedichte, ist auch in abgedruckt, gleich nach der Einleitung:

In ihren langen Haaren liegen sie
mit braunen tief in sich gegangenen Gesichtern.
Die Augen zu wie vor zu vieler Ferne.
Skelette, Munde, Blumen.







ANMERKUNGEN
(1) www.kulturstiftung.raron.ch
(2) www.fondationrilke.ch
(3) de.wikipedia.org/wiki/Lucas_Cejpek
(4) Marina Zwetajewa, Neujahrsbrief, aus dem Russischen von Felix Philipp Ingold, in: Akzente, 1/1989.





(10) Iris von Roten, Frauen im Laufgitter. Offene Worte zur Stellung der Frau, eFeF-Verlag, Bern 1996.
(11) Wilfried Meichtry, Verliebte Feinde: Iris und Peter von Roten, Ammann Verlag 2007.

(13) www.kabinetttheater.at


(16) Rainer Maria Rilke, Lyrik und Prosa, Buchgemeinschaft Donauland, Wien, o. J.